FAQ Rechtliches

Juristische Probleme der Kinder- und Schulfotografie

Menschen sind durch das allgemeine Persönlichkeitsrecht geschützt und dieses gilt ganz besonders für Kinder. Ohne Zustimmung der Eltern dürfen Kinder nicht fotografiert und die Bilder erst recht nicht publiziert werden. Dies ist insbesondere im Bereich der Baby und Schulfotografie durch den Fotografen zu beachten.

Persönlichkeitsrechte gelten auch bei Kindern

Die Eltern haben das Recht zu bestimmen, ob ihr minderjähriges Kind fotografiert wird und ob diese Bilder veröffentlicht werden dürfen. Andere Personen, wie zum Beispiel Lehrer dürfen über diesen Umstand nicht bestimmen.

Ich als Rechtsanwalt für Fotorecht empfehle Ihnen daher, wirklich nur die Kinder zu fotografieren und die Bilder zu publizieren, bei denen Sie eine schriftliche Zustimmung durch einen der Erziehungsberechtigten vorliegen haben.

Eltern sind sensibel

Viele Eltern werden zunehmend sensibler, wenn es um die Fotos ihrer Kinder geht.

Gerade durch die sozialen Medien wie Facebook Twitter & Co. kann ein einmal im Internet präsentiertes Bild schnell und einfach weiter kopiert werden, sodass es fast unmöglich ist, ein einmal publiziertes Bild wieder komplett im Internet löschen zu können.

Im Zweifel das Kind nicht fotografieren

Um wirklich auf der juristisch sicheren Seite zu sein, ist es am Besten, ein Kind erst gar nicht zu fotografieren, wenn nicht eine entsprechende Zustimmung seitens der Eltern vorgelegt wird. Dies bedeutet ganz praktisch, dass bei einem Klassenbild die Kinder auszuschließen sind, die keine Zustimmung der Eltern haben. Es klingt hart, ist aber im Grunde der einzige Schutz des Fotografen.

Würde nämlich ohne Zustimmung der Eltern die Kinder fotografiert und die Bilder publiziert werden, droht dem Fotografen juristischer Ärger.

Als Fotograf ist man im Spannungsfeld

An diesem Beispiel zeigt sich wieder einmal die Komplexität der Umsetzung bestimmter Regeln.

Ob allerdings ein Ausschluss aus der Klassenbild das beste Mittel ist, mag tatsächlich dahinstehen. Doch es ist rein faktisch einfach anders nicht möglich, die Persönlichkeitsrechte der Kinder sicher zu schützen.

So kann es dem Fotografen nicht zugemutet werden, die Bilder einzeln auf mögliche Rechtsverletzungen zu prüfen, insbesondere da er sich in der Regel nur kurz im Klassenraum aufhält und die Kinder nicht namentlich kennt. Er kann ein Gesicht nicht einem bestimmten Kind zuordnen und überprüfen, ob eine Zustimmung der Eltern vorliegt oder nicht.

Einstellung der Eltern hat sich geändert

Der Zeitgeist und die Einstellung zu Fotos hat sich gewandelt hat.

Haben meine Eltern noch Zeitungsfotos, auf denen ihr Sohn abgebildet war, noch stolz an die Pinnwand in der Küche gehängt und eine Kopie an Omas und Opas geschickt, gehen heute die Eltern lieber zum Anwalt und verklagen den Fotografen.

Schriftliche Zustimmung

Die einzig juristische sichere Möglichkeit, die der Fotograf hat, um sich zu schützen, ist eine schriftliche, ausdrückliche Zustimmung seitens der Eltern, dass diese mit den Fotos und auch einer Publikation einverstanden sind. Im Rahmen dieser Erklärung sollte unbedingt auch das Recht auf Publikationen in sozialen Medien mit aufgenommen werden, um mögliche Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden.

Ohne eine solche Erklärung besteht bei einer Publikation eines Kinderfotos ein Haftungsrisiko.

Wenn Sie Fragen zum Thema haben, steht Ihnen Rechtsanwalt Hoesmann gerne als Ansprechpartner zur Verfügung.

Rechtsanwalt Tim Hoesmann

Storkower Str. 158 | 10407 Berlin | T: 030 956 07 177

www.hoesmann.eu

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Ansprechpartner: Tim Hoesmann (http://www.hoesmann.eu)

Recht auf Namensnennung

Fotografen freuen sich, wenn ihre Fotos erscheinen. Noch mehr freuen sie sich, wenn auch ihr Name genannt wird. Häufig wird der Name jedoch unterschlagen oder erscheint völlig losgelöst vom Bild-Ort.

Die Vorschrift des § 13 UrhG als Teil des Urheberpersönlichkeitsrechts gibt jedem Fotografen das Recht auf Anerkennung seiner Urheberschaft an dem vom ihm geschaffenen Werk, sprich dem Foto. Der Fotograf hat also einen gesetzlichen Anspruch auf Nennung seines Namens.

Hintergrund dieser Vorschrift ist sowohl der Schutz des ideellen Interesses des Fotografen, mit seiner Fotografie in Verbindung gebracht zu werden, als auch sein materielles Interesse durch die mögliche Werbewirkung einer Veröffentlichung seines Namens, da dessen Nennung Folgeaufträge nach sich ziehen kann.

Weiterlesen auf http://www.hoesmann.eu/recht-auf-namensnennung/


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Höhere Honorare für Berufsfotografen bei der Verletzung von Bildrechten

Bei der Berechnung von Schadensersatzansprüchen macht es nach einem Urteil des Amtsgerichts Köln einen Unterschied, ob es sich um Aufnahmen eines Berufsfotografen oder die Aufnahmen eines Amateurs handelt.

So dürfen die Honorarempfehlungen, welche von der Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing für Berufsfotografen herausgegeben werden, nicht automatisch auch auf Amateur-Fotografen übertragen werden. Nach Ansicht der Kölner Richter muss im Blick bleiben, dass der Amateurfotograf nicht zu dem Personenkreis gehört, für den die Honorarempfehlungen gemacht sind, etwa (Berufs-)Fotografen oder Bildagenten, also Personen, deren Geschäft die Bilderstellung und/oder der Handel mit Nutzungsrechten ist.

Der CentralVerband Deutscher Berufsfotografen begrüßt dieses Urteil und die damit einhergehende Wertschätzung für die Arbeit des Berufsfotografen. Auch wenn durch die Digitalfotografie mittlerweile viele Menschen die Fotografie für sich entdeckt haben, gibt es einen qualitativen Unterschied zwischen der fotografischen Arbeit eines Laien und der Arbeit eines ausgebildeten Berufsfotografen. Es muss bei der Berechnung von Preisen und auch Schadensersatzansprüchen berücksichtigt werden, dass Fotografie ein Ausbildungsberuf oder Studium ist, dessen Ausübung sowohl handwerkliches, wie auch gestalterisches Können voraussetzt.

Zudem hat der Berufsfotograf wesentlich höhere Ausgaben und muss, im Gegensatz zu dem privaten Fotografen, Beiträge für die Handwerkskammer, Versicherungen und Berufsverbände zahlen. Dieses schlägt sich auch in der Honorargestaltung nieder.
Rechtsanwalt Hoesmann, Partneranwalt des CentralVerbands betont: In meiner täglichen Arbeit als Rechtsanwalt muss ich mich immer wieder mit  Schadensersatzforderungen auseinandersetzen, bei denen private Fotografen für kleinste Verstöße von Bildrechten automatisch die Vergütungssätze von Berufsfotografen ansetzen.

Es muss bei der Berechnung des Wertes eines Bildes und eines daraus folgenden Schadensersatzanspruch jedoch Unterschiede zwischen einem privaten Schnappschuss und einer durch einen ausgebildeten Fotografen gefertigten Aufnahmen geben. Daher ist diesem Urteil in seiner Aussage zuzustimmen, die Honorarempfehlungen der MfM nicht pauschal auf Bildrechtsverletzungen anzuwenden.

Ich hoffe, weitere Gerichte schließen sich der Ansicht des Kölner Gerichts an und es wird durch eine deutliche Reduzierung der Schadensersatzansprüche dem Abmahnunsinn in Teilen des Fotorechts ein Riegel vorgeschoben.

Urteil des Amtsgericht Köln, Urteil vom 24.05.2012, Az. 137 C 53/12 Volltext des Urteils: www.hoesmann.eu/abmahnung/agkoln_137c53_12


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Unbefriedigendes Urteil des Landessozialgerichts NRW

Hier ein unbefriedigendes Urteil des Landessozialgerichts Nordrhein Westfalen zum Thema Anfertigung von Passbildern der Kassen für lau.

Rechtsanwalt Tim Hoesmann ist Inhaber der Medienrechtskanzlei Hoesmann in Berlin, welche insbesondere auf Fragen des Medien- Urheber- und Fotorechts ausgerichtet ist.

Neben seiner anwaltlichen Tätigkeit ist er Lehrbeauftragter an der DAA-Medienakademie sowie der Fachhochschule für Ökonomie und Management, Berlin. Er publiziert regelmäßig in zahlreichen Fachmedien und wird häufig als Experte zu medienrechtlichen Themen interviewt und zitiert.

Für Mitglieder des CentralVerbandes ist die erste Beratung kostenlos.

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